Angestaubt und dennoch aktuell

Ich habe ein, im wahrsten Sinne des Wortes, angestaubtes Buch aus dem Bücherregal geholt: „Das Methusalem-Komplott“ von Frank Schirrmacher. Ehemals Bestseller und großer Aufreger. Aber auch schwere Kost, die man nicht einfach mal so nebenbei knabbern kann.

„Dieses Buch will anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu einem Komplott gegen den biologischen und sozialen Terror der Altersangst überreden, weil nur so die Jungen eine Chance bekommen“, heißt es im Klappentext. Man müsse das Bild des eigenen Alters radikal verändern, um die Gesellschaft zu verjüngen.

Das Buch ist aus dem Jahr 2004. Die Vorarbeiten dazu begannen im Jahr 1999, wie der Autor schreibt. Also für heutige Begriffe eher veraltet. Und dennoch aktuell. Denn das Problem der Überalterung der Gesellschaft ist nicht gelöst, schon gar nicht weltweit.

Ob dieses Problem allerdings allein mit einem neuen, positiven Blick auf das eigene Alter zu lösen ist? Mir fehlt die Strategie, wie das zu bewältigen ist. Leider kann man Frank Schirrmacher nicht mehr fragen. Er ist 2014 gestorben.

Fahrten ins Blaue

Ein kostenloses Update meiner Isarcard hat mir mehrere Fahrten ins Blaue beschert. Einfach in einen Zug setzen und losfahren. Herrlich!

Habe aber erstmal kleine Brötchen gebacken – in Fürstenfeldbruck. Der Riesen-Windbeutel im Klosterstüberl war nicht nur saugut, sondern auch kaum zu bewältigen. In der dortigen Toilette fand sich auch der oben abgebildete Mundwasserspender. Doch nicht nur den gab es, sondern neben dem fast schon obligatorischen, hier aber sehr stylischen Desinfektionsmittelspender auch einen Spender für Haargel und Handcreme neben jeder Menge sonstiger nützlicher Utensilien wie zum Beispiel Deo.

Später habe ich meine Kreise bedeutend erweitert. Und so fand ich mich zum Beispiel eines Freitagnachmittags bei schönstem Wetter in Lindau wieder. Einfach so, ohne Grund. Bisserl auf dem Bodensee rumschippern – herrlich!

War ein super Angebot der deutschen Verkehrsverbünde. Danke dafür! Leider habe ich zu spät davon erfahren, sonst hätte ich wahrscheinlich 14 Tage nur im Zug verbracht.

Ein Bestseller, aber nicht unbedingt lesenswert

Ich habe „Die Ländersammlerin“ von Nina Sedano gelesen. Ein Spiegel-Bestseller. Ehrlich gesagt, erschließt sich mir das nicht. Die Sprache: sehr bemüht, aber nur selten treffsicher. Zum Beispiel werden immer wieder Sprichwörter irgendwie hingebogen, damit sie auf die aktuelle Situation passen. Der Inhalt: na ja! Da gibt es wesentlich bessere Reisebücher.

Außerdem frage ich mich, wie eine derart zartbesaitete Frau überhaupt in der Lage ist, alleine auf solchen Reisen zu bestehen. Denn sie beschreibt nicht nur einmal, wie sie vergleichsweise harmlose Situationen zuhause völlig aus der Bahn werfen. So zum Beispiel, als eine Bekannte zu ihr sagt, sie könne schließlich nicht jedes Dorf auf der Welt bereisen. Da rast ihr Herz, ihr Atem setzt aus und ihre Gesichtszüge entgleisen, wie sie schreibt. Jessas! Dabei schon?

Fazit: Schade um die (Lese-)Zeit. Aber gute Promotion ist eben alles!

Die Katze auf dem heißen Ziegeldach

Ich versorge ein paar Tage lang die Katze meiner Freunde. Am ersten Tag hat sie sofort verstanden, dass ich jetzt fürs Futter zuständig bin. Sie umgarnt mich. Am zweiten Tag kommt sie mir schon auf der Straße miauend entgegen. Am dritten Tag miaut es von oben: Sie hält auf dem Dach Ausschau nach mir. Ich falle fast um vor Schreck: Während ich noch überlege, wie ich sie da wieder runterkriege und ob ich die Feuerwehr rufen soll, wackelt neben mir das Gebüsch. Herausschreitet, völlig ungeniert: Katzen-Madame Sissi. Tja, ein Hundemensch wie ich ist eben nur bedingt ein Katzenversteher!