

Ihre Textschmiede aus München.




Nicht nur, dass die Parteien uns bereits seit Monaten mit ihren Plakatständern samt dämlichen Sprüchen (SPD: „Hol dir deine 700 Euro“ – Ach ja? Wo denn?) nerven, nein, sie stellen sie natürlich auch da auf, wo sie sie für besonders wirksam halten. An Kreuzungen zum Beispiel. Da müssen viele Auto- und Radfahrer halten und haben Zeit, sie ausführlich zu betrachten. Oder sich zu ärgern. Weil sie nämlich die Sicht versperren auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Auf andere Verkehrsteilnehmer zum Beispiel, die sich von rechts nähern könnten.

Ein superschmaler Fußweg, ein etwas breiterer Radweg – und dann hatte jemand die brillante Idee, die Situation noch durch ein Straßenschild zu verschärfen. Hier kommt es ohnehin schon zu Beinahezusammenstößen zwischen Fußgängern und Radfahrern. Ist aber egal: Vorschrift ist Vorschrift!




Klein und unscheinbar versteckt sich ein ganz außergewöhnliches Grabmal auf dem Daglfinger Friedhof in München: Rund um eine steinerne Stele drapiert sich eine Bronze-Skulptur mit der Darstellung des letzten Abendmahls.
Ein – hoffentlich nicht – einmaliges Erlebnis ist die Frida-Kahlo-Show in München. Mithilfe einer raffinierten, multimedialen Illusion aus Bild und Ton taucht man völlig in die Welt der mexikanischen Malerin ein. Die Farbexplosionen rundum faszinieren, die mit spanischem Akzent vorgetragenen Originalzitate lassen einen am Leben der für ihre Zeit sehr emanzipierten Künstlerin teilhaben. Hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn oder gerade weil es keine Ausstellung im herkömmlichen Sinn war – eben „immersiv“ wie auch die Lasershow in St. Markus.



„Immersiv“ heißt ein neues Zauberwort. Und deshalb nennt sich die mit Musik untermalte Lasershow in der Kirche St. Markus in München „ein immersives Lichtspektakel“. Wie auch immer – es ist ein durchaus sehenswertes Spektakel. Dargestellt wird die Schöpfungsgeschichte, weshalb sich das Schauspiel auch „Genesis“ nennt.

Be der Neugestaltung ihrer Wohnung am Daglfinger Hüllgraben in München hat Familie Biber ganze Arbeit geleistet: Die Insel zwischen den beiden Wasserarmen wurde mit Hilfe des hauseigenen Sägewerks nahezu komplett umgestaltet, ein paar Meter dahinter der Bachlauf gestaut. Dem Vernehmen nach ist man noch nicht ganz zufrieden, weshalb die Arbeiten noch einige Zeit andauern sollen. Das städtische Gartenbauamt zeigt sich verständnisvoll und hat ein Schild aufgestellt, demzufolge man alles so belassen werde.
Der eine hat sich chic herausgeputzt, der andere vernachlässigt sein Äußeres etwas. Der eine ist ein stolzer Wasserturm, als Ismaninger Industriedenkmal in die heutige Zeit gerettet. Der andere ist ein Trafoturm und damit ein Relikt aus längst vergangener Zeit.



Lang wird er da wohl nicht mehr sitzen, der einsame Angler. Schaut so aus, als würde das Haus in Ismaning samt Graffito – altdeutsch Wandmalerei – in nicht allzu ferner Zukunft abgerissen werden. Ja, kitschig, aber doch irgendwie schön. Sicherlich entstanden mit viel Hingabe und Liebe zum Detail. Passt aber nicht mehr in die heutige Zeit. Schade.