Aichacher Impressionen


Maibaum mal anders: ein Obelisk aus Stahl, versehen mit den Werken sieben Aichacher Künstler. Ganz und gar unbayrisch so ohne weiß-blau lackiertem Baumstamm und Zunfttaferl. Ein „Lebensbaum“ soll es sein. Mei, warum nicht?

Lustige Idee: ausgediente Ski als Bank vor einem Sportgeschäft



Schade: Dieses Haus gammelt langsam vor sich hin. Seine Nachbarn dagegen sind sehr schön saniert

Zu Besuch bei der Kaiserin

Leider war sie nicht zuhause… Trotzdem lohnt sich ein Besuch im sogenannten Sisi-Schloss in Unterwittelsbach. Schloss ist ein bisserl übertrieben, ich würde es eher Gutshaus oder Landsitz nennen, auch wenn es 1000 Quadratmeter Wohnfläche beherbergt. Wie auch immer: Es birgt eine liebevoll zusammengestellte Ausstellung, die viel über das Leben der Kaiserin, die hier teilweise aufwuchs, und ihres Umfelds erzählt. Bis 1958 gehörte es den Wittelsbachern, deren Stammsitz eine nur noch in Resten erhaltene Burg im nahen Oberwittelsbach war. Daher rührt der Name „Wittelsbacher Land“ für diesen Landstrich. Das Wasser-Schloss diente zeitweise auch als Jugendheim, bevor es 1999 von der Stadt Aichach umfassend renoviert wurde. Daneben steht eine kleine Kapelle mit einem orientalischen Altar und einer bunten Mischung aus Materialien und Handwerkstechniken. Mit ihrem verspielten Charakter hebt sie sich deutlich vom eher nüchtern gehaltenen Schloss ab.

Mittendrin statt nur dabei

Wieder eine wirklich sehenswerte Show: die immersive Klimt-Ausstellung im Münchner Utopia. Man taucht völlig ein in die Welt des Künstlers, den so viel mehr ausmacht als der berühmte „Kuss“. 1862 in der Nähe von Wien geboren, setzte er sich über alle Konventionen hinweg und genoss das Leben in vollen Zügen – inclusive zahlreicher, teils paralleler Affären. Das schlug sich auch in seinem Werk nieder. „Er hat schamlos das Private öffentlich gemacht. Das wirkte auf das Publikum obszön“, sagt Emilie Flöge, Modeschöpferin, Lebenspartnerin und eine seiner Musen in einem fiktiven Interview, das die Show begleitet. Einziger, aber ärgerlicher Kritikpunkt: Die gesprochenen, informativen Texte werden teilweise völlig von viel zu lauter Musik überlagert.

HP8: weit mehr als die Isarphilharmonie

Auch hinter dem HP8, dem Ausweichquartier des Münchner Gasteig und Europas größtes Kulturzentrum, gibt es Leben. In dem alten Fabrikgebäude selbst sind die Münchner Stadtbibliothek, ein kleinerer Veranstaltungssaal und die Pausengastronomie untergebracht. Unmittelbar dahinter schließt sich die neu gebaute Isarphilharmonie mit ihrem ganz eigenen Charme an. Auf dem Gelände haben aber auch die Münchner Volkshochschule, die Verwaltung des Gasteig, Übungsräume, die Musikhochschule, weitere Veranstaltungssäle sowie die Gastronomie ihre – provisorische – Heimat gefunden. Einige der hier bereits seit Langem angesiedelten Handwerksbetriebe und Künstlerateliers durften bleiben. So ergibt sich eine ganz eigenartige Mischung aus alt und neu. HP8 ist übrigens ganz einfach die schon immer bestehende Hausnummer für dieses Areal an der Hans-Preißinger-Straße. Das war ein ehemaliger, längst verstorbener Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der SPD – der mit dem Gasteig-Interimsquartier rein gar nichts zu tun hat.

Strandleben

Die Goldfische treffen sich zur Beach-Party unter einem Teichrosenblatt-Sonnenschirm. Der Frosch sonnt sich derweil unter der Palme für Frösche.

Viel mehr als der Blütenregen

Der Blütenregen in der Ausstellung „Flowers forever“ in der Münchner Kunsthalle ist wohl d a s Fotomotiv des Jahres. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken. Diese Blumen zum Beispiel, hier mit den Köpfen von François Mitterrand, Margaret Thatcher und Michail Gorbatschow. Sie gehen zurück auf botanische Codenamen des libanesischen Geheimdienstes für die Staatschefs (oben).
Unten zwei filigrane Werke, die als einzige in einem Raum stehen.